NAS – MvixBox im Test

Derzeit nutze ich, um Daten in meinem Netzwerk bereit zu stellen, die NAS-Funktionalität meiner FritzBox 7270. Diese ist im Datenzugriff auch recht passable wenn man bedenkt, dass der eingebaute Router in der FritzBox kein Gigabit-Ethernet bereitstellt. Was mich aber viel mehr stört ist der Sachverhalt, dass, wenn man die Festplatte für den Zugriff aus dem Internet freigeben will, man nur einen Nutzer mit Vollzugriff einrichten kann. Also keine User mit reinem Lesezugriff oder User mit Zugriff nur auf einige Ordner. Deshalb spiele ich schon lange mit dem Gedanken mir ein NAS zuzulegen, welches umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Nach ein wenig Recherche und Vergleichen zwischen mehreren Produkten war mir schnell klar: Es muss für mich definitiv ein Gerät von Synology werden. Diese Netzlaufwerke sind eigentlich keine Netzlaufwerke – es sind viel mehr kleine Server. Das Problem ist nur, dass die Gehäuse ohne Festplatten bei 150€ anfangen, ich aber nicht so viel Geld ausgeben will. Also musste ich weitersuchen. Das Ergebnis der preisbezogenen Suche ergab dann tatsächlich einen zunächst interessanten Zufallstreffer: Die MvixBOX, welche bei Amazon für 49€ zu erwerben ist, aber leider noch keine Rezensionen enthielt. Nach kurzem Zögern wurde dieses günstige Stück trotzdem bestellt und sehnsüchtig erwartet. Nach vier Tagen traf das Paket dann auch bei mir Zuhause ein.

Eckdaten:

  • System (CPU – StorLink SL3516, Memory – 128Mb DDR, Flash – 8Mb)
  • Speicher (2 x internal SATA bays, USB-HDD-Erweiterung möglich)
  • Interface (Power button, One-touch copy button, LED Display, 2 x USB Ports, 1 x Gigabit RJ-45 Netzwerk)
  • Netzwerkfunktionen (DHCP Server, Dynamic DNS [*.mvix.net])
  • Netzwerk-Protokolle (CIFS, AFP, NFS, WebDAV, FTP with SSL/TLS, Telnet & SSH, Secure SMTP)
  • Web Server (Apache, PHP, MySQL, SQLite)
  • USB Funktionen (USB Backup [one-touch auto-copy], HDD-Erweiterung, Druckserver)
  • Multimedia (BitTorrent client, Blog, RSS feed, iTunes music server, UPnP media server [kein DLNA])
  • RAID (RAID 0, RAID 1, Linear)
  • System Management (E-mail Alarm, Multi-user account management,  Web interface )

Erster Eindruck: Nachdem ich alles aus der hochwertig wirkenden Verpackung entnommen hatte, bot sich mir folgender Inhalt:

  • Das eigentliche NAS-Gehäuse
  • Zwei Festplatteneinschübe
  • Installationshandbuch
  • Installations-CD
  • Externes Netzteil
  • Kaltgerätekabel
  • Netzwerkkabel
  • Standfuß inkl.Gumminoppen

Soweit sah alles recht gut aus, aber sobald man die einzelnen Komponenten genauer betrachtete und anfasste merkte man eindeutig wie der günstige Preis zustande kommt. Alles besteht aus Plastik oder dünnem Blech an dem man sich leicht schneiden kann. Aber mal ehrlich, hat man erst einmal alles eingebaut sieht man das doch sowieso nie wieder. Insofern störte ich mich daran erst einmal gar nicht wirklich. Das Gehäuse macht schließlich von weiter weg einen doch guten Eindruck.

Installation: Bei der Installation wird zunächst die Firmware inklusive Bootloader auf die Box übertragen und anschließend dann das System installiert. Bei einem Firmware-Upgrade sind unbedingt die Hinweise auf der Webseite zu beachten, denn bei diesem Gerät ist es sehr viel einfacher als heutzutage üblich das System durch falsches flashen unbrauchbar zu machen. Die Installationsschritte sind in der unten angefügten Bildergallerie zu betrachten. Da die erste Testinstallation auf einer einzelnen 40 GB-Festplatte absolut problemlos ablief, schreibe ich an dieser Stelle nichts Weiteres dazu.

Bedienung: Die Bedienung ist definitiv gewöhnungsbedürftig, aber nachdem man sich ein wenig zurecht gefunden hat, geht die weitere Konfiguration schnell von der Hand. Einrichten von User, Gruppen und das Zuweisen der Rechte für eben diese uvm. Eine Demo der Konfiguration ist in folgendem Video zu sehen.

Fazit: Ein gutes und vor allem preiswertes NAS-Gehäuse NICHT für Jedermann! Für fortgeschrittende und routinierte Benutzer aber auf jeden Fall eine enorme Bereicherung und günstige Alternative. Warum ich dieses Netzlaufwerk trotzdem nicht wirklich empfehlen kann liegt einzig und allein an der Tatsache, dass ich Zuhause 5 Festplatten habe (zwei davon mit 500 GB), aber nur zwei aus meiner Sammlung waren in diesem Laufwerk zum Laufen zu bringen. Leider handelte es sich dabei um eine der beiden 500er und eine 40 GB-Platte. Da ich meine Daten aber Spiegeln wollte war dieser Sachstand für mich absolut inakzeptabel. Ich habe leider auch nirgends eine Kompatibilitätsliste gefunden, so dass ich im Weiteren auch keine Festplattenempfehlungen mitgeben kann. Wer per Zufall zwei kompatible Festplatten besitzt und mit der Einschränkung leben kann, dass DynDNS nur mit einer Adresse nickname.mvix.net funktioniert und nicht frei konfigurierbar ist, der hat eigentlich alles was er sich wünschen kann. Da dies bei mir nicht der Fall war, habe ich die MvixBOX nach einer Woche intensiver Testarbeiten wieder zurückgeschickt.

Wer weitere Fragen hat, kann gerne die Kommentarfunktion nutzen.

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2 Antworten

  1. Hi und danke für dein Feedback! Wie gesagt, als ich meine 40 GB Platte eingebaut hatte war ich ja auch wunschlos glücklich, aber 3 meiner fünf Festplatten wurden in dem Ding einfach nicht erkannt. Eine davon war meine 500er. Damit hatte sich das für mich erledigt. Ansonsten war es ja auch gut, aber eine so beschränkte Kompatibilität gegenüber Festplatten macht es schlussendlich für mich nicht empfehlenswert.

  2. hp sagt:

    Also ich hab mir auch eine gekauft und mit zwei Samsung HD103SI 1TB Platten am Laufen.
    Meine Anforderungen sind eigentlich recht niedrig, ich will das Teil nur als Netzwerkspeicher und dieses im Explorer als Netzlaufwerk einbinden, was problemlos funktioniert hat.
    Meine zweite Anwendung ist der PrintServer, welcher auch problemlos funktioniert hat.
    Dementsprechend behalte ich meine, da der Preis unschlagbar ist und meine Wünsche erfüllt sind.
    Bezüglich Langlebigkeit etc. kann ich natürlich nichts sagen, da die Kiste erst seti 2 Tagen läuft.
    Das einzige was ich nicht so toll finde, ist der nicht unbedingt leise Lüfter. Aber das stört mich nicht soo arg.
    Grüße
    hp

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