Facebook & WhatsApp – Konsequenzen und Alternativen

Facebook & WhatsAppDas WhatsApp an der komplett kostenlosen Nutzung nicht festhalten konnte war nachvollziehbar, da jedes „Unternehmen“ doch zumindest eine ausgeglichene Bilanz vorweisen können möchte. Wenn im Gegenzug für einen jährlichen Obolus dann auf Werbung verzichtet wird, zahle ich auch gerne für einen Dienst der mir einen Mehrwert bietet. Das WhatsApp immer wieder „negativ“ in der Presse auftauchte, weil es z. B. mit der (nicht vorhandenen) Verschlüsselung häufiger Probleme gab, konnte ich hinnehmen. Wenn also jemand ab und an mal bei mir mitlesen kann, ist das aufgrund der kurzen und aus dem Kontext gerissenen Passagen doch eher uninteressant. Durch die Übernahme durch Facebook ist meine Toleranz gegenüber WhatsApp nun aber in Gänze erschöpft.

Ein Denkanstoß zum Kauf von WhatsApp durch Facebook beruhend auf folgenden Fakten:

  1. Ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen kauft ein anderes für 14 Milliarden Euro.
  2. WhatsApp besitzt im Durchschnitt pro Monat etwa 465 Millionen aktive Messenger-Nutzer.
  3. Pro Jahr werden durch WhatsApp von jedem Nutzer 89 Cent eingenommen.

Mit einer sogenannten Milchmädchenrechnung ergibt sich folgendes: Aus Fakt 2 & 3 resultieren reine jährliche Einnahmen von 414 Millionen Euro (465 Millionen multipliziert mit 0,89 €). Unter keinerlei Berücksichtigung von Betriebskosten etc. würde sich durch Hinzunahme des Faktes 1 und unter gleichbleibenden Grundvoraussetzungen der Kauf von WhatsApp für Facebook damit erst in 33 Jahren rentieren (14 Milliarden geteilt durch 414 Millionen). Irgendwie kann ich so nicht glauben, dass alles beim Alten bleiben wird. Ergo muss Facebook dafür Sorge tragen, dass durch den Kauf von WhatsApp mehr Geld eingespielt wird. Dieses ist natürlich über drei Wege möglich (welche in beliebiger Art kombiniert werden können): Die Abokosten werden wesentlich angehoben, bei der Nutzung wird zusätzlich Werbung eingeblendet und/oder die Daten von WhatsApp werden zur Verbesserung der bereits vorhandenen Profildaten analysiert um damit die Werbeprofile zu verbessern und somit mehr Geld für gezieltere Werbung zu erhalten. Keine der Punkte gefällt mir so wirklich und daher habe ich die Reißleine gezogen und den Account gelöscht, welches ich jedem anderen auch schnellst möglich empfehle – Die Trägheit (Gewohntes einfach laufen zu lassen) wird sonst definitiv siegen.

Und was nun?

Bis zu diesem Punkt (also bis zur reinen Löschung) muss ich den Kritikern meiner Accountlöschung noch Recht geben, denn mit der reinen Verweigerung von WhatsApp ist meinen Freunden und Bekannten nicht geholfen und die Frage wie man mich denn nun kostengünstig erreichen soll ebenfalls auch berechtigt. Also muss eine Alternative zu WhatsApp her und da der Markt sich seit etwa einem Jahr sehr stark entwickelt hat, scheitert es zumindest nicht an dem Angebot. Aber wenn man anfängt zu Selektieren, dann bemerkt man schnell, dass dennoch nicht viele wirklich gute Alternativen existieren. Wichtig sind neben den Kosten auch Aspekte wie Sicherheit (inkl. Datenschutz), Haptik aber auch die Verbreitung. Für mich haben sich folgende Alternativen heraus kristallisiert, welche ich auch ab sofort aktiv nutze:

  • BBM (BlackBerry Messenger)
  • Hangouts (ehemals Google Talk)
  • Threema

Es existieren natürlich noch viele weitere auch ebenfalls gute Messenger: Skype und ICQ führe ich nicht auf, da ich damit anderen Personen gar nicht erst kommen muss. Kakao Talk ist in unseren europäischen Ländern nicht wirklich verbreitet, wenngleich es eine gute Alternative wäre. Viber, Telegramm uvm. (siehe z. B. heise-Artikel) sind ebenfalls gut, haben mich aber nicht überzeugen können. In den nächsten Zeilen möchte ich noch ein wenig mehr auf meine auserkorenen drei Messenger eingehen und erklären, warum es diese und eben nicht andere geschafft haben.

Der Messenger Hangouts (ehemals Google Talk), ist vom Funktionsumfang nicht so schick wie WhatsApp, Hangoutskommt aber eigentlich noch ganz gut mit. Eigentlich jeder, der ein Andorid-Smartphone besitzt, hat auch gleichzeitig Hangouts und somit ist die vorhandenen Verbreitung der große Pluspunkt. Gleich danach kommt als ebenfalls gewichtiger Vorteil, dass man auch vom heimischen PC über eine Weboberfläche den Messenger nutzen kann um mit Familie oder Freunden in Kontakt zu treten. KOmplett kostenlos kommt er daher, wobei Google mit seinem hauseigenen Werbenetzwerk sehr wohl sicherlich ebenfalls Interesse an dem von euch verfassten Texten zeigt. Insofern ist Hangouts aufgrund der oben verfassten Thematik eigentlich keine wirkliche Alternative, aber von mir dennoch geduldet und genutzt (Liegt sicherlich auch daran, dass ich dafür nichts zahlen muss).

Der BlackBerry Messenger (BBM) ist vom Funktionsumfang sehr ähnlich zu WhatsApp, BBMelegant in der Bedienung und die Sicherheit ein ebenfalls vorhandener Pluspunkt. Die Nachrichten, Bilder, Video- und Sprachbotschaften uvm. wird sicher und verschlüsselt über BlackBerry-Verbindungen übertragen. Darüber hinaus kann mit mir nur dann kommuniziert werden, wenn man meine BB-PIN (eine Art ICQ-Nummer) kennt. Der Dienst ist ebenfalls kostenlos nutzbar und hier steckt bereits eine Firma hinter dem Produkt, sollte also vor einem Aufkauf (entgegen der Stimmung in der Presse) sicher sein. In der App (welche für iOS, Android und BB-Geräte verfügbar ist), wird ebenfalls keine Werbung angezeigt wodurch man sich auch hier fragen kann, wie sich dieses wirtschaftlich Rechnen soll. Die Antwort ist ganz klar: Werbung für die Marke BlackBerry und darüber hinaus werden zusätzliche Stickers (bitte nicht mit den vorhandenen kostenlosen Emoticons verwechseln) für die Chats angeboten, welche man kostenpflichtig erwerben kann. Einziger Haken ist die Erstellung eines benötigten Blackberry-Accounts, welche aber ebenfalls kostenlos, schnell und einfach in der App durchgeführt ist.

Mit Threema habe ich als letzten Messenger den Fokus ganz klar auf Sicherheit gelegt. ThreemaHier wirbt man mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, welches bedeutet, dass die Daten auf den (für einen Messengerdienst benötigten) Servern nicht lesbar abgespeichert werden und der eigentliche Inhalt der Nachricht somit nur auf den dafür bestimmten Smartphone gelesen werden kann. Dieses geschieht wie bei E-Mail-Verschlüsselung mit PGP durch einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Wobei der öffentliche Schlüssel den Personen übermittelt wird, welche mit diesem dann die Nachrichten unlesbar verscrambelt werden. Unlesbar, es sei denn man besitzt den eigenen privaten Schlüssel, mit dem ich die Nachricht dann verschlüsseln kann. Klingt für den einen oder anderen eventuell ein wenig kompliziert, ist es aber nicht, der Assistent in der App leitet einen schnell und einfach durch die erste und benötigte Konfiguration und dann passiert alles vollautomatisch. Allerdings bedarf es bei dieser App einer einmaligen Zahlung von etwa 1,60 € für den Download, wobei die Nutzung dann kostenlos ist.

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